Im heutigen Beitrag möchte ich alle Leserinnen dazu ermutigen, sich mit Frauen aller Art zu vernetzen. Dieser Zuspruch kommt deshalb, weil ich in diesem Jahr so vielen Frauen begegnet bin, mit denen ich mich verbunden habe, sei es privat oder beruflich.

Frauen neigen dazu, ihresgleichen zu suchen. Es ist einfach angenehm, sich Bekannte und Freundinnen auszusuchen, mit denen man die selbe Meinung teilt. Es entsteht kein innerer Druck, kein Grund, Dinge anders sehen zu müssen. Aber wehe eine der Freundinnen verändert sich, denkt und handelt anders als zuvor, macht Erfahrungen, die sie nun ganz anders auf die Welt sehen lassen. Dann wird plötzlich die Freundschaft in Frage gestellt.

Viele Frauen haben die Angewohnheit, sich mit anderen Personen selben Geschlechts zu vergleichen. Das kostet Kraft, macht schlechte Laune (falls man dabei nicht so abschneidet wie es der Selbstwert erlaubt) und bringt einfach gar nichts. Dieses Vergleichen, aus dem auch Neid resultieren kann, ist sicherlich aus gesellschaftlichen Strömungen vererbtes Karma und hat nichts mit der Frau zu tun, die sich gerade bei dieser Handlung erwischt. Es ist ein Trugschluss, besser, schlauer, schöner oder erfolgreicher zu sein als die Andere. Es ist verschwendete Zeit abzugleichen, ob der eigene Po nicht doch ein bisschen größer ausfällt, als der Po der Nachbarin, die drei Kinder innerhalb von fünf Jahren geboren hat. Was soll das? Was haben wir davon? Die Welt ist schnell und hektisch, jeder ist auf die Hilfe anderer angewiesen, um dem Alltagsstress die Stirn zu bieten. Hätte ich nicht mehr davon, mich mit der “perfekten” Nachbarin zu vernetzten, so dass sie mal meine Kinder zu sich nimmt oder wir uns gegenseitig Eier zum Kuchenbacken leihen?

Meines Erachtens ist das Vergleichen mit anderen Frauen ein großer Fehler, eine selbstzerstörerische Angewohnheit, der es entgegenzuwirken gilt. Erwischst Du Dich beim Lesen gerade selbst dabei, dass Du diesem Muster oft folgst, dann probier aus, genau gegenteilig zu handeln. Schau Dir die nächste Frau genau an, die in Dir Unbehagen, Antipathie oder Neid auslöst. Schau hin! Welche Gefühle löst allein ihre Anwesenheit bei Dir aus? Die Emotion, die Du beobachtest, hat nichts mit ihr zu tun, sondern mit Dir. Die Beobachtung Deiner Reaktion und Deiner Emotionen in diesem Moment kannst Du nutzen, dieses unschöne Muster zu durchbrechen. Sei nachsichtig mit Dir. Verurteile DIch nicht, sondern Frage Dich, was diese Person in Dir triggert. In dem Moment, in dem das Kopfkino anspringt und Du Dich mitten im Gedankenkampf um Deinen eigenen Wert befindest, gemessen an dem, was da von außen auf Dich einströmt, sag STOP! Die Formel, die Du dann sprechen kannst ist: “Ich bin ich, und Du bist Du.”

Wenn Du so weit kommst, wie oben beschrieben, hast Du schon gewonnen. Jetzt bist DU wertneutral und aus dieser FREIHEIT kann neues entstehen, kann ein freundlicher Wortwechsel Dein Herz erfüllen, können brauchbare Informationen zu dir durchdringen…alles ist möglich. Was jetzt passiert, ist eine Verbindung, der Du Platz eingeräumt hast.

Ich spüre in mir so viel Platz für ganz viele fruchtbare Begegnungen, Brücken, die zukünftig entstehen können. Und ich bin unglaublich dankbar über all die Frauen, die in diesem Jahr Platz in meinem Herzen gefunden haben oder schon lange einen Platz dort haben, sei es die Künstlerin Dorothea Winter, von der das Beitragsbild stammt, meine liebe und starke Chefin, die meine Qualitäten sofort gesehen hat und mir volles Vertrauen schenkt, die Galeristin JPG, Vermieterin meines Yogaraums, die mich unentwegt vernetzt, die bezaubernde Mondflüsterin, die mich in meiner Arbeit mit Frauen bestärkt, meine liebe Yogalehrerin Anna-Lena Ruppenthal, deren Weisheit mich so sehr beeindruckt (ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin), alle lieben Yogalehrerinnen aus der Sangat, alle guten Freundinnen, mit denen ich lache und weine und schließlich auch die wunderbaren Frauen, die meine Yogakurse besuchen. Zuletzt möchte ich aber die Frau nenne, die mich Tag für Tag begeistert, meine Lehrerin fürs Leben, Atma Sevak Kaur, meine 6-jährige Tochter, die so viel Weisheit in sich trägt. Sie spürt die Bedürfnisse und Emotionen andere, bevor diejenigen sie selbst ergründen. Sie ist mein größtes Geschenk, meine engste Verbindung, meine größte Herausforderung, an ihr wachse ich.

Zum Thema Frau sein in allen Facetten wird es im kommenden Frühjahr einen Workshop in Kooperation mit Anna-Sophie (Mondflüsterin) geben. Dazu und zu weiteren Aspekten des “Frauseins” bald mehr…

Sat Nam