Ihr Lieben,

all diejenigen, die in meine Kurse kommen, fragen sich sicherlich, warum ich immer so auf der Körpermitte “rumreite” und manchmal, wenn die Zeit da ist, erkläre ich sehr gerne, warum es so wichtig ist, seinen Nabelpunkt im Blick zu haben.

In der östlichen Anatomie ist der Nabelpunkt das Energiezentrum schlechthin. Im Kundalini Yoga sagt man, dass sich hier alle 72.000 Nadis (Energiebahnen) kreuzen. Mit dem Nabelpunkt ist nicht der Bauchnabel gemeint, sondern ein Energieknoten, der sich ca. 2 cm unterhalb des Bauchnabels und dann in der Körpermitte befindet. Ihr könnt ihn Euch in etwa so vorstellen wie diesen wunderbaren goldenen Pfirsich hier auf dem Bild.

Vom Nabelpunkt ausgehend beziehen wir unsere Kraft, unsere Haltung, unseren Mut, Durchsetzungsfähigkeit und auch Gesundheit. Es gibt allerdings mehrere Faktoren, die das Energiezentrum stören können und uns aus der Balance bringen. Wir fühlen uns dann schlapp, erschöpft, nicht gehört und klein, orientierungslos und verlieren auch den Kontakt zu unserer eigenen Identität. Beispielsweise kann durch eine Schwangerschaft oder durch fehlerhafte Ernährung, durch einen Unfall oder einen Schock dieses Energiedepot aufgebrochen, verletzt oder verrutscht sein.

In diesen Situationen empfehle ich dann die Sat Kriya, die wie folgt praktiziert wird:

Du setzt Dich in den Fersensitz (stabil in der Haltemuskulatur)  und nimmst die Hände weit über den Kopf, wobei die Oberarme die Ohren berühren. Hände sind verschränkt, nur die aneinander liegenden Zeigefinger weisen nach oben. Du pumpst den Nabel Richtung Wirbelsäule und chantest SAT (Wahrheit), beim Loslassen des Nabels chantest Du NAM (Identität). Der Atem reguliert sich von selbst. Entspanne Schultern und Zwerchfell! Beginne mit 3 Minuten. Beim Abschluss der Übung atmest Du ein und ziehst alle Muskeln des Körpers fest, die Energie wird nach oben gelenkt, ziehe die Wurzelschleuse (alle Schichten des Beckenbodens und der untere Bauch), halt den Atem ca. 10-15. sec, atme aus, wiederhole dies noch einmal. Zuletzt atmest Du tief ein, dann wieder aus, hältst den Atem draußen und ziehst alle drei Schleusen (Nacken lang, Zwerchfell nach Innen gezogen und Wurzelschleuse). Atme wieder entspannt ein. Nun lege Dich in Shavasana für die doppelte Zeit und entspanne vollständig.

Ich wünsche Dir eine gute Erfahrung!!!

“Übe die SAT-Kriya vom Nabelpunkt aus.” Yogi Bhajan

Die Wichtigkeit des Nabelpunktes wird aus einer kleinen Anekdote deutlich: Einst fragte ein Schüler seinen Lehrer, welchen Weg er gehen müsse, um zur Erleuchtung zu gelangen. Da antwortete ihm der Lehre: “Es bedarf nur der Strecke von Deinem Nabelpunkt bis zu Deinem Herzen”. Die Strecke ist in etwa so lang wie der Abstand vom Daumen zum kleinen Finger bei ausgestreckter Hand. Und genau hier setzen die Übungsreihen im Kundalini Yoga oft an. Wenn Du es nach vielem Üben schaffst, die Energie aus einem aktiven Nabelpunkt in die höheren Chakren zu befördern, erlangst Du immer mehr höheres Bewusstsein, die Dinge kommen zu Dir, Du wirst eins mit Dir und der Welt, Du bekommst Intuition und erkennst Deine Lebensbestimmung (falls noch nicht bekannt).

Sat Nam