Was brauchen Kinder in der heutigen Zeit? Für uns Eltern ist das eine Frage, die wir uns täglich stellen. Denn die meisten von uns sind nicht in Großfamilien aufgewachsen, haben nicht von Oma, Opa, Onkel und Cousins die Welt gezeigt bekommen. Ich schweife jetzt nicht in nostalgische Vorstellungen ab, denn zu Damals hat sich natürlich auch viel in Sachen Erziehung geändert, sehr zum Positiven. Wir sprechen heute über die Aufnahme von einem Artikel für Kinderrechte im Grundgesetz, seit 30 Jahren gilt die Kinderrechtskonventionen der Vereinten Nationen, der Markt ist überschwemmt von Büchern mit Titeln wie “Mama, nicht schimpfen”. Es gibt viele Menschen, die sich mit dem Wohl des Kindes befassen und sich dafür ganz konkret einsetzen.

Fakt ist aber auch, dass in vielen Elternhäusern Unsicherheit über die Erziehung des Kindes, oder besser Begleitung des Kindes? herrscht.

Vielleicht habe ich aus diesem Grund meine Ausbildung zur Kinderyogalehrerin begonnen. Einmal den Kopf ausschalten und nur Yogi Bhajans Techniken wirken lassen, spielerisch angeleitet, mit viel Herz, Geduld und guten Nerven 😉 Im Rahmen dieser Ausbildung habe ich oft mein inneres Kind besucht, habe es getröstet und mental gestärkt, habe ihm gesagt, das alles, was kommt, so kommt wie es kommt. Am darauffolgenden Wochenende ging es darum, mit den weiblichen Ahnen reinen Tisch zu machen. Rebirthing-Meditation und Versöhnung mit den weiblichen Vorfahren stand auf dem Programm. Das ganze wurde begleitet von Erziehungstips, die Yogi Bhajan seinen direkten Schülern an die Hand gegeben hat. Und genau an dieser Stelle kam sie wieder, meine Verunsicherung:

Hätte ich mir doch mal alles Negative, alle Arbeit und Anstrengung in meinen Schwangerschaften vom Leib gehalten! Hätte ich den ersten Atemzug meines Kindes positiv beeinflussen können, so dass es mit genug Lebensmotivation in die Welt kommt? War ich als erste Lehrerin meiner Kinder in den ersten drei Lebensjahren gut genug? Hätte ich in den Trotzphasen nicht so oft verzweifeln sollen? Hätte ich nur die Kinder im Fokus haben und nicht parallel an meinem beruflichen Werdegang herumdoktern sollen? Fragen über Fragen und Zweifel über Zweifel.

Nach der Rückkehr von diesem aufrüttelnden Ausbildungswochenende habe ich mich zunächst komisch, ja fast (gehirnwäschemäßig) künstlich verhalten. Meine Kinder haben eher den Kontakt zu meinem Mann gesucht. Nach 4 Tagen hatte sich die Lage wieder entspannt, ich habe mich entspannt. Und was geschah?: Meine Kinder haben mir gezeigt wie viel sie alleine können, was ihre neuen Vorlieben sind und dass ich mir nicht unnötig Stress machen muss, diese Engel. Erstaunlich sind diese weisen Wesen, die noch einen so großen Bezug, eine wahre Nähe zur Unendlichkeit besitzen. Wir Eltern können von dieser Klugheit nur profitieren. Und wie immer gewährt uns nur die Entspannung, das Innehalten, Shunya Zugang zu diesen Augenblicken.

Ich wünsche mir sehr, dass ich diese Gelassenheit in meine Kinderyoga Kurse mitnehme, die ab Februar 2020 in Marburg starten. Ich freue mich auf meine neuen kleinen/großen Lehrer, darauf mit ihnen Yoga zu spielen, zu singen, zu meditieren, Pläne über den Haufen zu werfen, wild zu sein, zur Ruhe zu kommen, den Kosmos zu spüren.

“Ich bin glücklich, ich bin gut. Sat Nam Sat Nam Sat Nam Ji – Wahe Guru, Wahe Guru, Wahe Guru Ji.”

Sat Nam